Interview mit Dr. Manfred Steins, Geschäftsleitung des Software-Unternehmens Anton, über die Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Logistik, effiziente Schnittstellentechniken und intelligente Versandsysteme für heute und morgen


Dr. Manfred Steins, Geschäftsleitung des Software-Unternehmens Anton, über die Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Logistik, effiziente Schnittstellentechniken und intelligente Versandsysteme für heute und morgen

 

 

Dr. Steins, die Logistik wird im Zuge der Digitalisierung immer stärker vernetzt. Fluch oder Segen?

Dr. Steins: Die Anforderungen im Versandbereich haben sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Durch Webshops, Zentralisierung und Automatisierung sind die Durchsätze zum Teil stark gestiegen, gleichzeitig ist die Abwicklung bei Logistikdienstleistern durch eine Vielzahl verschiedener Mandanten komplexer geworden. Die Aufteilung von Versandvorgängen auf verschiedene Frachtdienstleister ist inzwischen genauso häufig anzutreffen wie die Konzentration auf einen Frachtdienstleister. Ohne eine intelligente Softwareumgebung sind diese diversifizierten Prozesse praktisch gar nicht abbildbar. Andererseits ergeben sich immer öfter Schnittstellenprobleme, z.B. wenn ein neues Versandsystem nicht in die vorhandene Programmlandschaft integrierbar ist. Oftmals steigt auch die Fehleranfälligkeit. Der Schulungsaufwand für komplizierte Anwendungen verursacht nicht selten hohe Kosten. Aber: Der Trend zu mehr Automation ist ungebrochen. Nur wer frühzeitig auf ein zukunftsfähiges Versandsystem setzt, kann die komplexeren Aufgaben bewältigen und Fehlerquellen eliminieren. Eine enge Vernetzung der Versandsysteme mit anderen IT-Systemen ist dafür ebenso Voraussetzung wie die Integration moderner Schnittstellentechniken.

Was muss ein Versandsystem Ihrer Meinung nach leisten können?

Dr. Steins: Die Erstellung von ATLAS-Meldungen oder der Druck von Versandetiketten sollten bereits heute Standard sein. Ein zukunftsfähiges Versandsystem muss aber mehr können: Es muss schnell, flexibel und benutzerfreundlich sein. Es sollte beispielsweise jederzeit gewährleisten, weitere Paketdienste oder Speditionen einzupflegen und dabei einheitliche und leicht bedienbare Oberflächen bieten. Außerdem sollte es die Auswahl des richtigen Frachtdienstleisters – z.B. in puncto Versandvorschriften oder Kosten - unterstützen oder sogar automatisieren. Darüber hinaus halte ich es für unverzichtbar, das Programm in die Abläufe der Lagerverwaltungs- und Auftragsabwicklungssysteme zu integrieren. Und last but not least muss der Service stimmen. Nur wenn der Software-Anbieter das System laufend updated und eine schnelle und umfassende Wartung anbietet, kann ein Versandsystem von heute auch ein Versandsystem für morgen sein.

Ihr EVA-Versandsystem bewährt sich derzeit in 350 Installationen erfolgreich in der Praxis. Was macht es zu einem Versandsystem für morgen?

Dr. Steins: EVA verfügt über eine offene Struktur und eine hohe Performance. Neue Funktionen lassen sich leicht integrieren, die Anforderungen neuer Mandanten in bestehenden Systemen sind problemlos integrierbar. Zudem lassen sich via EVA Lager- und Versandprozesse optimal vernetzten. Das gewährleisten wir durch eine Vielzahl von Schnittstellentechniken. Dabei können in das gleiche System nicht nur Daten aus dem Lagerverwaltungssystem, sondern auch aus der Auftragsabwicklung verarbeitet, konsolidiert und bei Bedarf auch rückgemeldet werden. Damit wickelt das gleiche EVA-System Export- und Versandprozesse ab und dient dabei auch gleichzeitig als Datenpool für statistische Auswertungen über den gesamten Versandprozess. Nach dem Versand führt EVA den vollautomatischem Abgleich mit den elektronischen Frachtrechnungen der Frachtdienstleister durch. Effizienter kann man sein Controlling nicht unterstützen.
EVA verfügt zudem über viele mobile Funktionen, z.B. für die Warenausgangskontrolle oder die Verwaltung eines oder mehrerer Versandlager. Mit Hilfe von mobilen Geräten können unsere Kunden den günstigsten Frachtdienstleister auswählen, die Packlistendaten erfassen oder Ladelisten generieren.

Inwieweit kann man mit einer Standardsoftware arbeiten, wenn man aber ganz spezielle Anwendungen im Versand hat?

Dr. Steins: Die Nachfrage nach guten Standardsystemen ist hoch, denn Standard bedeutet nun mal, dass es wenig Probleme mit der Integration und späteren Upgrades gibt. Andererseits sehen wir bei fast jedem Kunden, dass er spezielle Abläufe hat und dafür eine praktikable Lösung braucht. Das kann zum einen mit Anforderungen aus dem Kundenkreis zusammenhängen, wie beispielsweise bei Speditionen, die im Auftrag ihrer Kunden lagern und direkt an den Endkunden liefern. Oder branchenspezifische Applikationen, wie in der Automobil- oder Chemie- und Pharmaindustrie. Deshalb ist es enorm wichtig, dass sich das Versandsystem mit relativ geringem Aufwand einfach individualisieren lässt. Diese Anwendungen müssen auch releasefähig sein, sonst sind Unternehmen immer mit Verzögerungen und Kosten konfrontiert. Unser EVA System ist von Grund auf so konzipiert, dass wir effiziente, maßgeschneiderte Lösungen anbieten können. Mit dem neuen EVA 7 System haben wir dies sogar noch stark optimiert.


Immer noch scheuen viele Unternehmen die Kosten für die Implementierung einer eigenen Versand-Software. Warum?

Dr. Steins: Die Logistik ist ein hochdynamischer Bereich. Viele Firmen sind unglaublich schnell gewachsen und haben zunächst an den Prozessen selbst gearbeitet. Bei der IT hat man sich oft mit selbst gebastelten Lösungen geholfen oder die spezifischen Versandsysteme der Paketdienste oder Speditionen eingeführt. Auch, um keine teuren Software-Pakete anschaffen zu müssen. Aber irgendwann stoßen alle an ihre Grenzen. Und kämpfen ständig mit Schnittstellenproblemen. Aber das muss nicht sein. Ohne Not. Denn unser EVA-System kann ohne großen Aufwand an die Abläufe und Anforderungen unterschiedlichster Unternehmen angepasst werden - alles unter Beibehaltung der Releasefähigkeit. Die Anschaffungskosten bleiben also trotz Integration in die Prozesse überschaubar. Gleichzeitig spart ein modernes Versandsystem wie EVA Zeit und Geld. Es weist bereits bei der Auftragserfassung auf Fehler hin - nicht erst beim Etikettendruck - und reduziert dadurch den Korrekturaufwand. Der Druck selbst erfolgt sehr schnell: EVA erstellt ein Etikett in nur 0,4 Sekunden, inklusive Routing. Und auch hohe Durchsatzraten machen EVA nichts aus: Das System schafft 100.00 Pakete am Tag. Bei der Rechnungsprüfung schließlich gleicht EVA die Rechnungsdatei mit den vorher ermittelten Frachtkosten ab. EVA ist aber nicht nur schnell und flexibel, es ist auch sehr sicher. Da es sich um ein reines Inhouse-System handelt, läuft EVA schnell und ausfallsicher – denn die Prozessgeschwindigkeit hängt nicht von der Internetverbindung ab. Und wer sich bei dem Gedanken nicht wohl fühlt, dass seine sensiblen Firmendaten in einer Cloud unterwegs sind, fühlt sich mit EVA ebenfalls gut aufgehoben, da keine Zugriffe außerhalb des Firmennetzes notwendig sind.

Was sind die zentralen Zukunftsthemen bei der Weiterentwicklung moderner Versandsysteme?

Dr. Steins: Die Bereiche Sicherheit – ich denke hier vor allem an eine umfassende Exportkontrolle und die Prüfung gegen Sanktionslisten – sowie eine lückenlose Kontrolle des Warenflusses gewinnen immer mehr an Bedeutung. Und: Die Welt wächst noch mehr zusammen. Stichwort Internationalisierung. Wir müssen unsere Versandsysteme deshalb noch leistungsfähiger machen. Nur dann können wir gewährleisten, dass sie problemlos mit verschiedensten Zeichensätzen, z.B. Griechisch oder Kyrillisch, umgehen können und noch ausfallsicherer werden. Da aber die zukünftigen Entwicklungen nur wenige Jahre weit abzusehen sind, sollte der oberste Grundsatz bei der Auswahl neben Performance und Ausfallsicherheit die Flexibilität, die Ausbaumöglichkeiten und die Wartungsfreundlichkeit eines Systems sein. Nur dann wird man den zukünftigen Anforderungen gewachsen sein und kann sich darauf verlassen, dass man zukunftssicher investiert hat.

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